Rosa Rauschen fällt um 3 dB pro Oktave ab und hat damit gleich viel Energie pro Oktave. Viele Hörende empfinden es als weicher und ausgewogener als weißes Rauschen, das in den hohen Frequenzen mehr Energie hat. Es wird weithin als Referenzsignal zur Kalibrierung von Audiosystemen genutzt.
Die Metaanalyse von Nigg et al. (2024) fasste 12 Studien zu weißem Rauschen und 1 Studie zu rosa Rauschen zusammen. Der kleine Nutzen gilt daher für weißes und rosa Rauschen gemeinsam; rosa Rauschen allein wurde nicht getestet. Ein 1/f-Muster zeigt sich in anderer Form auch in Musik und Sprache: Voss und Clarke (1975) fanden, dass langsame Veränderungen der Lautstärke in Musik und Sprache sowie der Tonhöhe in Melodien einem 1/f-Spektrum folgen.
Rijmen & Wiersema (2024) testeten 60 Studierende ohne ADHS-Diagnose. Hintergrundklang verbesserte die Reaktionszeitleistung bei Personen mit mehr ADHS-Merkmalen, doch ein schlichter 100-Hz-Ton half genauso wie rosa Rauschen, was die Autorinnen und Autoren als Hinweis deuten, dass der Nutzen nicht davon abhängt, dass das Rauschen zufällig ist. Lu et al. (2020) fanden, dass rosa Rauschen bei 22 gesunden Studierenden die einzige Rauschfarbe war, die die Ergebnisse in einem Test zur Daueraufmerksamkeit signifikant verbesserte.